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Kunstforum

8. Holzbildhauer-Symposium "Zeitzeuge Holz"

12.09. bis 19.09.2021

Naturholzlagerplatz der Firma MB Baumdienste

an der Landstraße „Bezirksstraße“ im Eppsteiner Stadtteil Niederjosbach

​Eintritt: frei

Mit einigen Monaten Verspätung kann in diesem Jahr nun auch das Holzbildhauer-Symposium (HBSE) auf dem Naturholzlagerplatz der Firma MB Baumdienste stattfinden: Vom 12. bis 19. September greifen acht namhafte Bildhauerinnen und Bildhauer zu Kettensäge, Fräse oder Stemmeisen, um dem Altholz eine Seele einzuhauchen.

Schirmherrin der Veranstaltung ist Angela Dorn, Hessens Ministerin für Wissenschaft und Kunst.

 

Viele Bäume, die die Firma MB Baumdienste im Auftrag von Kommunen oder Privatleuten fällt, landen im „Schredder“ und werden zu Holzschnitzeln, die entweder zum Heizen verwendet oder kompostiert werden. Diese Bäume, oft mit langer Geschichte und von besonderen Orten, vor dem Schredder zu bewahren und noch einmal zu neuem Leben in einem Kunstwerk zu erwecken, ist das Ziel des Symposiums. Deshalb trägt es auch den Titel „Zeitzeuge Holz“.

In den Monaten des Lockdowns bereitete eine Arbeitsgruppe des Kulturkreises Eppstein die sonst im Mai terminierte Veranstaltung vor. Wenn die Corona-Fallzahlen so niedrig bleiben wie derzeit, steht der Vernissage am 12. September um 11 Uhr auf dem Firmengelände von MB Baumdienste an der L3026 (Bezirksstraße) nichts im Wege. Interessenten sind bis zur Finissage am 19. September eingeladen, die Künstlerinnen und Künstler von 10 bis 18 Uhr auf dem Platz zu besuchen und am Gestaltungsprozess teilzuhaben.

 

Der Kulturkreis Eppstein hat zu diesem „Meistersymposium“ Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die von den Bildhauern aus dem Jahr 2018 besonders empfohlen wurden. Unter 20 Namen wurde eine Auswahl getroffen, die am Ende eine facettenreiche und aufregende Werkschau verspricht.

 

Eingeladen sind aktuell:

Markus Bäcker aus dem rheinland-pfälzischen Gries,

Johannes Bierling aus Freiburg,

Christel Steier aus Bernau,

Frank Leske aus Bad Kreuznach,

Reinhard Osiander aus Bremen,

Tanja Röder aus Pfaffenhofen,

Gudrun Schuster aus Neuss sowie

Ortrud Sturm aus dem hessischen Rödermark.

Die ersten Symposien wurden weltweit ausgeschrieben, die Auswahl unter den zahlreichen Einsendungen traf eine Jury aus Kunstprofessoren und Leitern von Galerien. Beim 7. HBSE im Jahr 2018 wurden die Künstler erstmals ohne Ausschreibung eingeladen. Sie hatten alle etwas gemeinsam: Die Teilnehmer waren schon einmal in Eppstein zu Gast und hatten mit ihren Werken bei vielen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

„Die Schönheit der Kunstwerke stammt vor allem aus der Einbildungskraft des Künstlers, der sein Material ohne Hemmnis nach Belieben gestaltet. Bedingung für die Kunst ist, keinen praktischen Wert zu haben. Künstler sollten einen völlig eigenen Zugang zur ‚Wahrheit’ haben“ – so brachte 1807 der Romantiker und Philosoph Friedrich Wilhelm Josef Schelling die magische Anziehungskraft gelungener Kunstwerke auf den Punkt.

 

Mit Führungen zu den entstandenen Werken auf der Finissage am 19. September um 11 Uhr endet das Symposium. Der Kulturkreis Eppstein wählt eines der Kunstwerke aus, um es zu kaufen und auf dem Skulpturenweg in der Heinrich-Anton-Ickstadt-Anlage in Bremthal auszustellen.

Bei jedem Symposium bemüht sich die Arbeitsgruppe um eine zusätzliche künstlerische Aktion zum Start der Veranstaltung. In diesem Jahr schlagen der weltberühmte Cellist Daniel Müller-Schott, die japanische Malerin Keiko Kimoto und der Koreaner Ukn Lee eine besondere Brücke: „Cello im Dialog mit Holz, Papier und Pinsel“. Kimoto wird darüber hinaus die ganze Woche über in den Eppsteiner Stadtteilen an ausgewählten Plätzen mit Interessierten künstlerisch arbeiten. Der inspirierende Gedanke dabei: Die Kunst zu den Eppsteinern bringen.

Bevor Müller-Schott auf der Vernissage eine Kostprobe seines Könnens gibt, tritt er auf Einladung des Kulturkreises am Samstag, 11. September, als Solist in der Talkirche auf.

Das Symposium wird ausschließlich mit Spenden finanziert. Neben Hauptsponsor Matthias Bauer ermöglichen auch die Mainova, Art Regio (Sparkassen-Versicherung), die Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Bürgerstiftung Eppstein, der Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie die Albert Weil AG diese Veranstaltung, die inzwischen weit über die Grenzen Eppsteins hinaus bekannt ist und hohes Ansehen genießt. Text von Helga Mischker, 23.06.2021 Eppsteiner Zeitung